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Positionspapier NextGen Swissrail zu Kostenreduktion im Gesamtbahnsystem

Das Ergebnis ist ein konkreter Massnahmenkatalog mit einem klaren Zeitrahmen und festgelegten Verantwortlichkeiten. Das Positionspapier steht im Bereich «Downloads» in drei Sprachen zur Verfügung.

Die steigenden Kosten im Schweizer Bahnsystem und die gleichzeitig knapper werdende finanzielle Mittel erhöhen den Handlungsdruck in der Branche. Deshalb hat das BAV das Thema «Kosten im Griff» hoch priorisiert. Rund 40 junge Fachpersonen aus Industrie, BAV und Bahnunternehmen haben im Mai 2026 untersucht, wo vermeidbare Kosten entstehen, welche davon besonders relevant sind und mit welchen konkreten Hebeln sie reduziert werden könnten. Die Ergebnisse des Workshops wurden in einem Positionspapier zusammengefasst. Im Fokus standen die langfristige Angebotsentwicklung, der Gesamtprozess der Rollmaterialbeschaffung sowie Bau und Unterhalt der Infrastruktur.

In den folgenden Abschnitten sind die jeweiligen Key-Findings kurz zusammengefasst und mit einem Auszug von konkreten Vorschlägen aus dem Massnahmenkatalog ergänzt. 

Strategische Angebotsentwicklung:

Neue Technologien wie das automatisierte Fahren auf der Strasse und auf Regionallinien, Intermodalität und die Möglichkeit der Reiseplanung in Echtzeit sollten zur Steigerung des Nutzens durch neue Angebotskonzepte in die Realität überführt werden. So können «blinde Flecken» und neue Linienkonzepte je nach Nachfragerelation Realität und die Kosten durch eine stärkere Nachfrageorientierung im Griff gehalten werden. Innovationen müssen Skalierbarkeit aufweisen und ihr Weg in die Umsetzung in einer klaren Roadmap mit Pilotprojekten aufgezeigt werden. 

Massnahmen: 

  • Festlegung des Angebotskonzepts mit Zeithorizont 2050 («Verkehr 45») und Beleuchtung der Folgen für die Systemkosten (inkl. ausgelöste Investitionen in Rollmaterial und Serviceeinrichtungen)
  • Erstellung und Verabschiedung der technologischen Rahmenbedingungen und Prämissen für das Angebotskonzept 2050 inkl. zu verfolgender Innovationen, um das Angebot zu realisieren und Kostenanstieg einzudämmen
  • Systemkostenbetrachtung in die Leistungsvereinbarung (LV) integrieren und Folgen bei Ausbauschritten konsequent analysieren und ausweisen

Fahrzeugbeschaffung:

Entscheidend ist, unnötige Komplexität zu reduzieren, den Standardisierungsgrad zu erhöhen und die Zusammenarbeit in der Branche zu stärken. Anstelle stark individualisierter Lösungen und historisch gewachsener Anforderungen, sollten bewährte modulare Ansätze konsequent genutzt und Anforderungen nach ihrem tatsächlichen Mehrwert hinterfragt werden. Nur wenn Beschaffungsprozesse stärker auf Lebenszykluskosten ausgerichtet, regulatorische Spielräume genutzt und Änderungen frühzeitig abgestimmt werden, lassen sich Systemkosten nachhaltig senken und gleichzeitig die Effizienz und Wirtschaftlichkeit im Bahnsystem verbessern.

Massnahmen: 

  • Branchenweite Referenzanforderungen und standardisierte technische Schnittstellen für Fahrzeugbeschaffungen etablieren
  • Gemeinsame digitale Wissens- und Datenplattform für Fahrzeugbeschaffungen aufbauen, um Projekterfahrungen, Anforderungen, Betriebsdaten und Best Practices systematisch wiederzuverwenden
  • Beschaffungsverfahren konsequent auf Lebenszykluskosten (LCC) und Gesamtnutzen ausrichten statt primär auf Anschaffungskosten

Infrastruktur, Bau & Unterhalt: 

Anstatt Gewohnheiten oder historisch gewachsene Standards unkritisch fortzuführen, sollten Lösungen nach ihrem konkreten Mehrwert beurteilt werden. Nur wenn regulatorische Spielräume genutzt, Vorgaben vereinfacht und Realisierungen effizienter organisiert werden, können die Systemkosten nachhaltig gesenkt werden, ohne die Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Bahnnetzes zu gefährden.

Massnahmen: 

  • Bestehende digitale Gesuchsplattform um ein Auflagen-Tracking erweitern (Übersicht Auflagen inkl. Zuständigkeiten und Stand der Auflagenbereinigung)
  • Etablierung verbindlicher Design-Freeze-Meilensteine und Nachtragsprozess mit Fristen für Bestellungsänderungen
  • LCC-Berechnungstool für alle Infrastrukturbetreiberinnen bereitstellen, damit Planungsbüros und Bauunternehmen mit vergleichbaren Grundlagen arbeiten
  • RTE- und Unternehmensspezifische Regelungen sind vermehrt unter Einbezug von Planer:innen und Bauunternehmen zu überprüfen und zu aktualisieren. Ausserdem ist der Zugang zu diesen Regelungen für Planungsbüros und Unternehmen zu verbessern

Dieses Positionspapier richtet sich mit einem Massnahmenkatalog an die Bahn- und Mobilitätsbranche. Es soll als Grundlage für die weitere Diskussion dienen und dazu beitragen, die identifizierten Handlungsfelder in konkrete erste Umsetzungsschritte zu überführen.

Die junge Generation der Branche will den Wandel aktiv mitgestalten, bestehende Muster hinterfragen und neue Impulse für ein wirtschaftlich tragbares, nachhaltiges und leistungsfähiges Bahnsystem setzen. NextGen Swissrail schafft dafür eine Plattform zur Vernetzung und bringt die Perspektive junger Fachkräfte in die Branchendiskussion ein.

Das Positionspapier kann HIER heruntergeladen werden und steht in Deutsch, Französisch und Englisch zur Verfügung. 

NextGen Swissrail – weil Vernetzung zählt

Wir geben der jungen Generation eine Stimme und eine Plattform, um mitzudenken, mitzugestalten und langfristig in der Branche wirksam zu bleiben. 

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