Swissrail Industry Association / Fri 21.01.2022

Wir sind Partner von «Eisenbahnbetriebslabor Schweiz AG»

Swissrail ist Partner von «Eisenbahnbetriebslabor Schweiz AG» (EBL). Was steckt hinter dem Eisenbahnbetriebslabor und welche Chancen ergeben sich für die Schweizer Bahnindustrie? Wir haben Heinrich Brändli, Verwaltungsrat «Eisenbahnbetriebslabor Schweiz AG», befragt.

Interview mit Heinrich Brändli, 

Verwaltungsrat "Eisenbahnbetriebslabor Schweiz AG"

Sie argumentieren, „das Eisenbahnbetriebslabor ist nicht einfach nur eine Modelleisenbahn“. Doch was steckt hinter dem, was auf den ersten Blick wie ein Spiel aussieht?
 
Es scheint tatsächlich auf den ersten Blick eine Modelleisenbahn. Aber halt eine ohne Landschaften. Und sieht man genauer hin, so erkennt man schnell, dass da nicht einfach eine „Spiel-Eisenbahn“ vorhanden ist. Die Züge und Gleise im Masstab 1:87 (H0) simulieren ja eigentlich nur das Original. Denn gesteuert werden sie von originalen Stellwerken.

Beide Anlagen – die Labor- wie auch die Betriebsanlage – können für verschiedene Zwecke eingesetzt werden. Einerseits dienen sie der Ausbildung von Fachpersonal an den Stellwerken, aber auch an den Stellwerken (Technik), von Lok- und Rangierlokführern, Sicherheitspersonal, etc.. Andrerseits dienen sie aber auch Forschenden und Entwicklern von Hochschulen und der Industrie für das Entwickeln / Testen von neuen Komponenten (Software, Hardware). Zuguterletzt dienen sie auch der Aufklärung für Schulen, Berufsbildungszentren, etc. 

Wir entwickeln und betreiben langfristig unser einzigartiges Eisenbahnbetriebslabor. Damit können wir einen Beitrag zur technischen und betrieblichen Weiterentwicklung des (automatisierten) Eisenbahnwesens beitragen.

Aber natürlich können wir auch spielerisch die Eisenbahn und das ganze System des öffentlichen Verkehrs einem breiten Publikum zugänglich machen. Denn wo kann man Original-Stellwerke bedienen und gleich sehen, was die Eisenbahn dann macht. Und wo kann man problemlos Fehler, Störungen oder dergleichen einbauen, testen und schulen, ohne jemanden zu gefährden? Im Eisenbahnbetriebslabor ist dies möglich. Und erst noch nicht in Rand- oder gar Nachtstunden wie im Original draussen. Ausbildungs-, Test-, Forschungseinheiten können hier ganz bequem in einer beheizten Halle von Montag bis Sonntag zu normalen Tageszeiten durchgeführt werden. 

Wie gross schätzen Sie das Interesse anderer Organisationen (Forschungs- und Ausbildungsinstitute im In- und Ausland, Industrieunternehmen, Bahnbetreiber, KMUs aus anderen Branchen, Gesellschaft, etc.) gegenüber dem Eisenbahnbetriebslabor (EBL) ein?
 
Bisher konzentrierten wir uns hauptsächlich auf den Aufbau der Anlagen. Im Dezember läuft die Laboranlage, die Betriebsanlage wird dann im Frühjahr 22 in Betrieb genommen werden können. Daher sind wir auch noch nicht richtig auf dem Markt tätig geworden. Selbstverständlich haben wir das Labor aber in den sozialen Medien und Fachmedien schon vorgestellt. Das uns entgegengebrachte Interesse war sehr hoch und ist damit sehr erfreulich. Dies aus dem In- wie auch aus dem Ausland.

Welche Hürden und Chancen sehen Sie in den kommenden Jahren?
 
Zusammen mit der Industrie, unseren Aktionären, Gönnern und Partner/Sponsoren sowie vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer bauen wir das Labor heute auf. Wir sind überzeugt davon, dass das einzigartige Labor sich in der Schweiz und im Ausland einen nachhaltigen und guten Namen machen wird. Die grosse Hürde wird aber sein, das Labor immer auf dem Stand der Technik zu behalten. Denn diese entwickelt sich weiter. Und das Labor soll seinen Kunden immer das Neuste (und ein bisschen mehr..) bieten können. Das bindet natürlich Ressourcen – ob nun Personal wie auch Finanzen.

Eine grosse Hürde wird sicher auch sein, dass wir die Innovation leben. Auf dem Eisenbahnbetriebslabor soll es möglich sein, innovative neue Technologien entwickeln und testen zu können. Die Anlagen müssen daher flexibel in ihrer räumlichen und technischen Architektur sein.

Welches Potenzial sehen Sie hinter einer Partnerschaft mit Swissrail?
 
Swissral vertritt als Verband die Bahnindustrie. Und genau da bewegt sich auch das Eisenbahnbetriebslabor. So können wir gemeinsam neue Techniken lancieren, können Seminare oder Kurse durchführen, Symposien – ob nun national oder international – anbieten. Mitglieder von Swissrail können das EBL zu speziellen Konditionen für ihre Entwicklungen nutzen. Wir sind überzeugt davon, dass wir hier gemeinsam für den öffentlichen Verkehr, für die Bahnindustrie viel Gutes und Interessantes tun können.

Gibt es sonst noch etwas, das Sie gerne den Mitgliedern von Swissrail mitteilen möchten?
 
Ab Januar 22 steht die Laboranlage den Mitgliedern von Swissrail sowie der Öffentlichkeit zur Verfügung. Buchungen sind bereits jetzt möglich. 

Wenn ein Mitglied von Swissrail spezielle Bedürfnisse hat – zum Beispiel in der Entwicklung von Softwares, im Bereich Digitalisierung, BIM und vielem mehr – so können wir auf den Anlagen „custom made“ dies nachbilden und für Test-/Entwicklungssessions zur Verfügung stellen.

Das Eisenbahnbetriebslabor liegt direkt neben dem AirforceCenter und ist in unmittelbarer Nachbarschaft zum Innovationspark Switzerland. Mit dem Zug, mit Bus oder mit dem Auto ist es bequem und schnell erreichbar. Neben den beiden Eisenbahnanlagen werden Loksimulatoren und Schulungsräume zur Verfügung stehen. 

Direkt auf dem Gelände hat es ein Restaurant sowie weitere Seminar- und Eventräumlichkeiten. Und in der Umgebung besteht die Möglichkeit, Gäste und Besucher auch für mehrtägige Anlässe unterzubringen. 

Somit kann das Eisenbahnbetriebslabor auch für Seminare, für die Kundenakquise, oder einfach für einen Firmenanlass gut benutzt werden.

 
Mehr Informationen zum «Eisenbahnbetriebslabor Schweiz AG» finden Sie auf der Website des EBL – Schweiz (ebl-schweiz.ch).


Quelle: Galerie ebl-schweiz.ch
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  • Swissrail Industry Association
  • Taubenstrasse 32
  • CH-3011 Bern

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