Swissrail Industry Association / Mon 21.11.2022

Digitalisierung als Beitrag für nachhaltige Mobilität

Das Wort «Digitalisierung» ist ja beinahe so abgedroschen wie «Stellwerkstörung» und trotzdem, mit der Einführung neuer Dienstleistungen, Tools und Systeme ergeben sich neue Opportunitäten, welche das Thema Mobilität kreativ, marktgerecht und damit nachhaltig gestalten.

«Digitalisierung als Beitrag für nachhaltige Mobilität»

Wie kann man diese Schlagworte miteinander vereinbaren?

Das Wort «Digitalisierung» ist ja beinahe so abgedroschen wie «Stellwerkstörung» und trotzdem, mit der Einführung neuer Dienstleistungen, Tools und Systeme ergeben sich neue Opportunitäten, welche das Thema Mobilität kreativ, marktgerecht und damit nachhaltig gestalten.

Im Kontext von Bahnsicherungsanlagen meine ich hiermit nicht primär die Einführung von ETCS, ATO, TMS etc. zur Bahnproduktionssteuerung, sondern eher die Verwendung toolgestützter, automatisierter Planungs-, Projektierungs- und Baumethoden zur Erlangung einer Prozesseffektivität, die eine dienstleistungsbasierte Bahnproduktion erst recht ermöglichen können.

Dienstleistungsbasierte Bahnproduktion, was ist das? 

Die Bahnbranche versteht den Begriff «Service» in erster Linie als die Transportdienstleistung (Personen/Güter) selbst. Alle anderen Güter (Assets/Anlagen) sind – fairerweise gesagt, historisch gewachsen – eher, beziehungsweise noch nicht, serviceorientiert, so wie wir das heutzutage aus Branchen wie Telekom oder IT kennen. Die «Fahrstrasse als ein Dienst» ist also längst überfällig. 

Als Bahninfrastrukturbetreiber könnte ich einen Teil meiner Produktionskosten auch daran messen, wieviel mich eine bestellte, eingestellte und benutzte Fahrstrasse (oder eine ganze Trasse A - B) kostet (aus der Sicht der Bahnproduktionssteuerung). Eben diese Produktion der Fahrstrasse ist serviceorientiert günstiger zu produzieren. Dies kann aber nur geschehen, wenn die entsprechenden Anlagen auch so gebaut sind und durchgängige, automatisierte, Bau- und Betriebsprozesse zulassen. Damit erreichen wir auch die Nachhaltigkeit, die wir unbedingt brauchen, um unsere Ressourcen in Zukunft dort einzusetzen, wo sie am meisten Nutzen erzeugen.

Ich wage zu behaupten, dass die Produktionskosten pro eingestellte Fahrstrasse in einer klassischen Bahnsicherungsanlage heute allgemein zu kostenintensiv sind. Eben wegen dieser Kosten müssen die betroffenen Anlagen über einen solch langen Zeitraum amortisiert werden, so dass eine bedarfsgerechte und zeitnahe Markteinführung von neuen Produkten beziehungsweise Dienstleistungen kaum möglich ist. Gerade hier sehe ich für die Digitalisierung eine der grössten Chancen. Wie eingangs erwähnt, müssen wir vom Nutzen toolgestützter und automatisierter Wertschöpfungsinstrumenten Gebrauch machen. Nur so wird das Anbieten bedarfsgerechter Produkte am Markt möglich sein und damit die Nachhaltigkeit erzeugt werden, welche wir erzeugen wollen.   

Autor: Jan Richard, Senior Expert Rail Systems bei TÜV SÜD Schweiz AG

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